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Spaziergang mit Riesenschildkröten am Strand


Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen heute zum Sonnenaufgang an den Strand zu gehen. Da ich allerdings so dermaßen früh eingeschlafen bin am Vorabend, hatte ich mir keinen Wecker gestellt. Die stark blickdichten Vorhänge des Zimmers ließen nicht wirklich erahnen, ob es draußen nun schon hell wurde oder nicht. Ich stand also auf, schob einen Vorhang zur Seite und musste feststellen, dass laut der Färbung der Wolken wohl gerade ein wunderschöner Sonnenaufgang stattfinden musste. Ich war also eh schon zu spät und verschob mein Sonnenaufgangsvorhaben auf den nächsten Tag und mummelte mich nochmal ins Bettlaken.

Nach einer erfrischenden Dusche begab ich mich zum Frühstück, auf das ich schon ganz gespannt war. Wie in so vielen anderen nicht-deutschen Ländern musste ich auch hier feststellen: Richtiges Brot können die einfach nicht - und richtigen Kaffee auch nicht. Es gab also Toast mit Marmelade oder Butter, Cornflakes, Instant Kaffee und frisches Obst (Sternfrucht, Wassermelone, Papaya, Orange), welches so unglaublich fruchtig schmeckte. Eigentlich wollte ich noch schnell Schnorchelsachen für den heutigen Ausflug kaufen. Doch die Dame, die mich am Vortag eincheckte, sagte mir, dass es auf dem Boot Schnorchelutensilien gäbe. Das entspannte mich etwas. Ich machte mich schnell fertig und schon klopfte die gleiche Frau an meine Tür. Sie fragte, ob ich abfahrtbereit sei. Ich stürmte 09:30 Uhr raus und traf einen Seychellois, der sich mir als Ronny vorstellte. Ich fragte etwas verwundert, ob ich die einzige sei für den Ausflug. Und wie es mein Glück so wollte, war genau das der Fall. Ich hatte also das Privileg, die Überfahrt allein mit meinem heutigen Bootsführer zu genießen. Ronny erklärte mir verschieden Dinge.

Der Blick auf die anderen vom Dschungel überwucherten Inseln war ein Traum. Der salzige Seewind fuhr mir durchs Gesicht und mein Haar. Ich genoss dieses Idyll während der zehnminütigen Überfahrt. Schließlich erreichten wir Curieuse. Ronny half mir aus dem kleinen Boot. Das letzte Stück zum Strand läuft man durch das kniehohe Wasser.

 

> Überfahrt nach Curieuse mit Ronny

 

Sobald Ronny das Boot festgemacht hatte, kam er hinterhergelaufen. Er führte mich zu einem Häuschen inmitten des Reservats, in der die vielen Riesenschildkröten frei herumliefen. Dort hing eine Karte der Insel. Ronny erklärte mir den Weg quer über die Insel. Am Ende würde das BBQ-Areal auf mich warten. Er sagte, es gäbe eine Stelle, da sollte ich nicht über die Brücke laufen. Die sei alt und es wäre der falsche Weg. Diese Brücke hab ich aber irgendwie während meiner Wanderung gar nicht gesehen. 12:30 Uhr sollte ich beim BBQ sein und nach George fragen. Und 14 Uhr würde mich Ronny direkt dort am Strand auf der anderen Seite der Insel wieder mit dem Boot abholen. Ronny verabschiedete sich. Und ich konnte mich endlich den Aldabra-Riesenschildkröten widmen, die hier angesiedelt wurden, um sie vorm Aussterben zu schützen. Ich lief erst einmal eine Runde zur Orientierung. Erstmal eine Schildkröte kraulen. Die Haut am Hals fühlt sich sehr trocken an und zu Beginn wusste ich gar nicht so richtig, wie ich da kraulen sollte. Aber der fressenden Schildkröte schien es zu gefallen. Irgendwo sollten wohl auch Babyschildkröten sein, die aber auch schon recht groß waren wie ich feststellte. Ein Baby fand es total toll sich unter einem tropfenden Wasserhahn abzukühlen. Ich wollte mir nun eine Schildkröte aussuchen, die ich füttern und kuscheln konnte. Dafür benötigte ich aber erstmal etwas Grünzeug. Das schien gar nicht so einfach zu sein. Ich watschelte zu einem Baum und brach einen üppig grünen Zweig ab. Dann suchte ich mir eine Schildkröte aus. Auch nicht so einfach, die anderen Besucher wollen ja schließlich auch füttern und kuscheln. Das riesige Ungetüm meiner Wahl beäugte mich etwas komisch als ich meine Kamera auf dem Stativ aufbaute. Ich wollte ja meine Begegnung mit den Dinosaurier ähnlichen Tieren festhalten. Ich näherte mich und lockte erstmal mit dem Grünzeug. Da muss man erstens ganz schön auf seine Finger aufpassen - am besten einen großen Büschel Blätter vor das Maul und dann mit den Händen bloß genug Abstand halten. Zweitens fand meine auserwählte Schildkröte das wohl irgendwie doof, dass ich ihr Futter festhielt. Also hob sie ihr doch sehr kräftiges Bein und versuchte meine Hand damit wegzuschieben. Und drittens mögen es diese Tiere generell sehr gerne, wenn man ihnen den Kopf und Hals krault. Aber dieses Exemplar gab nach einer Weile starke Stöhngeräusche von sich, die nicht auf Genuss schließen ließen. Ich streunte noch etwas zwischen den Schildkröten und diversen Tümpeln umher bevor ich mich auf zur Wanderung auf die andere Seite der Insel machte. Einige lagen mit allen Vieren von sich gestreckt und entspannten sich an einem schattigen Plätzchen. Andere liefen mit ausgestrecktem Hals erstaunlich schnell auf die wenigen Touristen mit Grünzeug zu. Und wieder andere durften als Fotoobjekt posieren.

 

> Aldabra-Riesenschildkröten auf Curieuse

 

Ich suchte den Eingang zum Wanderpfad, der linkerhand vom Reservat begann. Es ging direkt richtig steinig los. Damit hatte ich nicht gerechnet. Denn die Wanderung soll ja eigentlich durch einen Mangrovenwald gehen. Da gibt es normalerweise Stege. Also hatte ich nur Flip Flops angezogen. Festes Schuhwerk wäre hier definitiv die bessere Wahl gewesen. Nach kurzer Strecke erhob sich ein großes Sammelsurium an schwarzen Granitfelsen direkt am Weg. Selbstverständlich musste ich da raufklettern. Dafür ließ ich meine Flip Flops allerdings am Wegesrand zurück. Oben angekommen, wurde ich mit einem tollen Ausblick belohnt. Auch an diesem Örtchen machte sich mein Stativ bezahlt und ich konnte meinen erfolgreichen Aufstieg festhalten. Auf dem Weg nach unten ratschte ich mir erstmal schön mein Schienbein an einem Granitfelsen auf. Eigentlich rechne ich ja inzwischen auf jeder Wanderung mit einer Verletzung. Ich scheine sie magisch anzuziehen.

Ich folgte in der brennenden Sonne weiter dem Weg, der sehr abwechslungsreich war. Ein Wegweiser beschrieb in zwei einfachen Bildern, dass ich gerade von den Schildkröten kam und das Ziel in meiner Richtung das Arzthaus der ehemaligen Leprastation sein sollte. Endlich taten sich vor mir auch die Stege im Mangrovenwald auf. Diese waren mir von einer Mangrovenwanderung in Neuseeland bekannt. Ich erinnerte mich, dass sich damals ganz kleine Krabben bei Erschütterung - also wenn jemand über den Steg lief - blitzschnell in ihren Löchern versteckten. Ich hielt also Ausschau nach den entsprechenden Löchern im Sand. Es dauerte eine Weile, doch etwas später entdeckte ich tatsächlich ein paar. Und die waren auch noch relativ groß. An einigen Stellen lag eine Ansammlung von Muschelgehäusen, die wohl Schnecken dort hinterlassen hatten. Mangroven können an der ein oder anderen Stelle mal etwas unangenehm riechen. Dennoch fand ich es eine schöne Wanderung. Mal lief man direkt am Meer, mal ging es bergauf und bergab durch den Dschungel, mal über Stege, dann über steinige Wege. Was ich allerdings nicht wusste: Palmen wachsen auch in Mangroven. Das fand ich schon sehr erstaunlich. Auf Mauritius lernte ich jedoch, dass es sogar bestimmte Palmenarten gibt, die ausschließlich in dieser Vegetationsform Zuhause sind. Total faszinierend fand ich immer wieder, welch künstlerische Wege doch Wurzeln einschlagen können. Doch so richtig verwundert hat mich die Schildkröte Nr. 107, die plötzlich mitten im Mangrovenwald auftauchte. Die lag da einfach entspannt rum. Eine asiatische Kleinfamilie wunderte sich genauso wie ich. Ich meine, wie ist die denn bitte da hin gekommen? Sie wird ja wohl kaum über die Stege gelaufen sein... Kleinere Tierchen liefen mir auch über den Weg. Den Seychellischen Skink hab ich öfters entdecken können. Einmal bekam ich ihn sogar vor die Linse.

Inzwischen war es fast unerträglich heiß. Ich freute mich über jeden Windstoß und jedes Stück Schatten als Abkühlung. In meinem Rucksack befand sich definitiv zu wenig Wasser. Es war fast komplett aufgebraucht. Ich hoffte, dass ich bald beim BBQ ankommen würde. Denn dort würde es ja wohl Getränke geben. Der Schweiß lief mir in Strömen, da änderte sich wieder mal das vegetative Bild um mich herum. Plötzlich fühlte ich mich wie im Herbst. Naja, immerhin war hier ja auch gerade Winter... Der Boden war über und über bedeckt mit roten Blättern. Daneben standen saftig grüne Bäume. Ein kurioses Bild.

 

> Wanderung über Curieuse

 

Ich erreichte den Strand Anse José. Gleich dahinter befand sich der Grillplatz und das Leprahaus. Ich hatte noch eine Weile Zeit bis zum BBQ. Ich schaute mir also mal kurz das kleine Ärztehaus an, welches heute als Museum fungiert und an die Leprazeiten erinnert. In meinem Reiseführer stand, dass es eine weitere, noch schönere Bucht geben solle, in die sich in der Regel nur wenige Menschen verirren - die Anse Badamier. Ich lief also am Strand entlang, in der Hoffnung, den entsprechenden Wegweiser zu finden. Dieser blieb mir allerdings verborgen. Ich konnte ihn auch gar nicht finden. Denn ich hatte es wohl falsch verstanden. Diese Bucht lag wiederum auf einer anderen Seite der Insel. Also entschloss ich mich, mich an einem schönen Baum am Strand niederzulassen und mich im türkisblauen Meer abzukühlen. Anschließend baumelte ich noch ein bisschen an dem Seil, welches am gleichen Baum hing, unter dem ich meine Sachen ausgebreitet hatte.

Meinem Rücken gefiel der harte Sand gar nicht. Als es Zeit war für mein BBQ, ging ich zurück zum Grillplatz und fragte nach George. Dieser sagte mir, ich solle nicht zu weit entfernt warten, der Fisch sei noch nicht fertig. Ich notierte also auf einem Stein sitzend meine Erlebnisse des heutigen Tages. Mein Magen und ich warteten sehnsüchtig auf die gegrillten Spezialitäten dieser wundervollen Inseln. Es gab also unterschiedliche Gruppen, die von unterschiedlichen Grillmeistern beköstigt wurden. Ich wurde dem Tisch zugewiesen, an dem sich auch die asiatische Kleinfamilie und vier Italiener platzierten. Gott sei Dank gab es hier etwas zu trinken. Ich kam mit den Asiaten ins Gespräch, während wir auf unser Essen warteten. Das war wirklich eine interessante Konstellation. Er war Japaner, sie Chinesin, beide lebten mit dem Sohnemann in Dubai. Die Mutter unterhielt sich auf Chinesisch mit dem Jungen, der Vater auf Japanisch. Allerdings wäre das mit dem Vater-Sohn-Verständnis etwas schwierig, das der Sohn nur auf Chinesisch antwortet und der Vater leider kein Chinesisch spricht. Ich kugelte mich vor Lachen als ich diese Geschichte hörte. Sehr amüsant.

Das BBQ war sehr lecker. Es gab Fisch, Hühnchen, Würstchen, Reis, grünen Salat, kreolische Sauce und Bacon-Salat, welchen eine der Italienerinnen erst als Thunfischsalat deklarierte.

Eine Riesenschildkröte kam vorm Grillplatz angewatschelt. Sie witterte wohl ihre Chance auf Fütterung. Diverse Menschen begannen, sich um sie zu tummeln und ihr diverse Früchte vor die Füße zu legen, die sie gierig verschlang. Fordernd reckte sie einer Frau den Hals entgegen, ihre Beine wurden immer länger, schließlich setzte sie sich in Bewegung. Die Schildkröte wurde plötzlich viel größer und machte fast Männchen. Die Frau wirkte etwas verängstigt und versuchte einen Ausweg aus der Situation zu finden.

Meine Tischgenossen setzten ihren Ausflug fort. Meine Mitmenschen wissen ja, dass ich unglaublich langsam esse. Und so genoss ich noch mein restliches Essen, während mich die Geschirr spülenden anderen Griller freundlich grüßten. Als ich nun endlich fertig mit Speis und Trank war, begab ich mich zum Strand, um auf Ronny zu warten.

 

> Anse José, Curieuse

 

Ronny kam pünktlich 14 Uhr angefahren. Er sah mich vom Boot aus, winkte mir zu und ich lief durch das salzige Nass zum Boot. Das nächste Ziel war St. Pierre. Nach der zehnminütigen Fahrt erreichten wir diese unbewohnte Insel, die wie gemalt ausschaute. Diese Granitfelsen verzauberten mich. Wie sie vom Wind und Meer geformt wurden. In der Mitte war die Insel von traumhaften Palmen bewachsen ...einfach malerisch. Und wir waren nicht allein. Es gab noch jede Menge andere Menschen, die sich hier gern die Unterwasserwelt anschauen wollten. Ronny holte Flossen und Schnorchelmaske aus der Mitte des Bootes. Ich probierte alles an. Passte! Dann rüstete ich mich mit meiner Kamera im Unterwassergehäuse aus, welches nach 9 Jahren erstaunlicherweise immer noch wasserdicht war, und setzte mich auf den Bootsrand. Da fiel mir auf, dass ich ja noch mein Kleid anhatte. Ich lachte los. Ronny war verwirrt, wieso ich in einem Kleid schnorcheln wollte. Nachdem ich das Kleidungsstück also los war, konnte es losgehen ins kühle Nass. Ronny sagte mir noch, ich sollte mit der Strömung aufpassen nah an den Felsen, sodass ich nicht dagegen geschleudert werde.

An die Atmung musste ich mich erstmal gewöhnen. Ich erinnerte mich an meinen Tauchgang in Neuseeland. Immer ruhig atmen. Dann funktionierte es ganz gut und ich machte mich auf eine Unterwasser-Entdeckungsreise. Ein Korallenriff gab es hier nicht. Von der Farbenpracht her kein Vergleich mit den Poor Knights Islands in Neuseeland. Dennoch genoss ich das Schorcheln und entdeckte einige bunte Fische. Frei nach dem Motto "Einfach schwimmen, einfach schwimmen, einfach schwimmen, schwimmen, schwimmen." tanzte auch Dori diverse Male vor mir herum. Nach ca. 10 Minuten schwamm ich zurück zum Boot. Ich trocknete mich ab, ruhte mich einen Moment lang aus - das war nämlich ganz schön anstrengend - und Ronny fragte dann, ob ich nochmal wollte. Doch für heute hatte ich genug. Er erklärte mir noch, dass die kleine Granitfelsansammlung (klein im Verhältnis zu St. Pierre) der Bruder von der kleinen Insel war und St. Paul hieß. Ronny fuhr noch ganz langsam mit mir um die Insel, sodass ich noch tolle Aufnahmen machen konnte. Es ist unglaublich, wie unterschiedlich die Felsen von der Witterung geformt wurden. Auf der Schnorchelseite waren sie eher rundlich. Aber auf der anderen Seite der Insel wirkten sie als hätten sie einzelne Wasserstrahle geformt. Zackig erhoben sie sich vor den Palmen.

 

 > Schnorcheln vor St. Pierre

 

Nun ging es zurück nach Praslin. Auf dem Weg fuhren wir an einer anderen Insel vorbei, auf dem ein Haus in den Fels gebaut wurde. Ich fragte Ronny, was das für eine Insel wäre. Er sagte mir, es sei eine Privatinsel mit Hotel und Restaurant. Eine Treppe führte direkt von der Terrasse der Unterkunft ins Wasser. Verrückt...

In Praslin angekommen, half mir Ronny wieder aus dem Boot. Er ist wirklich ein sehr angenehmer Zeitgenosse. Keinerlei blöde Anmachen oder sonstiges aus seiner Richtung. Er war einfach ein angenehmer, hilfsbereiter, guter Typ. Ich lief zum Strand. Wohl ein Kollege von Ronny rief mir zu "Wieso hast du nichts gesagt, ich hätte dir doch die Hand gereicht zum Aussteigen. Ich mag dein Tattoo.". Ich bedankte mich für sein Angebot und ging weiter. Erstaunlicherweise wurde ich auf mein Traumfänger-Tattoo auf dieser Reise übermäßig häufig angesprochen. Aber gut, im Indischen Ozean scheint es auch keine ordentlichen Tattoostudios bzw. guten Tätowierer zu geben.

Ich wollte schnell meine Kleidung wechseln, da ich ja vom Schnorcheln noch komplett nass war. Als ich mein Zimmer betrat, war ich jedoch kurz irritiert. Das Bett war gemacht und mein Schlüpper, der da heute Morgen noch lag, wurde bewegt. Das fand ich schon etwas befremdlich.

Ich machte mich nochmal los, um Wasser zu kaufen. Ich streunte einfach mal so durch den gesamten Laden, um zu schauen, was es hier eigentlich noch so gab. Ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Das Obst lag in der Kühlung, der Joghurt stand dahingegen gegenüber im Regal - ohne Kühlung. In der Gefriertruhe gab es Deutsche Junge Ente, im Keksregal fand ich Wiener Sandringe, Friesenblätter und Frankentaler. Eine Souvenirabteilung gab es auch. Von dort nahm ich mir ein Salatbesteck aus Kokosnussholz mit. Außerdem habe ich Socken gefunden. Wir erinnern uns, in meinem Koffer gab es ausschließlich Wandersocken. In diesem Laden konnte ich nun weiße Socken aus Thailand kaufen. Hätte ich doch nur mehr mitgenommen. So musste ich die paar, die ich hatte, ständig abends waschen. Immerhin hatte ich erstmal eine Fußbekleidung. In diesem kleinen Laden wurden sogar Musikboxen verkauft. Egal, was man brauchte, es schien als würde dieser Mini-Supermarkt einem aushelfen können.

Als ich mit meinem Einkauf fertig war, entdeckte ich noch einen Souvenirladen. Ich konnte nicht anders als Ohrringe aus Muscheln und eine kleine hölzerne Coco-de-Mer-Figur mitzunehmen. Von den Jumpsuits und Kleidern, die ich probierte, war ich nicht vollends überzeugt und ließ sie daher zurück.

Zum Abschluss des Tages gönnte ich mir noch ein Eis in der bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebten Gelateria "Da Luca". Und den Andrang kann man wirklich nicht verübeln. Die Sorten Mango, Guave und Papaya waren wirklich unglaublich fruchtig mit einem intensiven Geschmackserlebnis. Auf dem Weg zur Villa Bananier versuchte ich nochmal mein Glück bei den großen Krabben, die dort in Löchern wohnten. Doch meine Geduld wurde auf die Probe gestellt. Dauernd liefen Passanten vorbei, sodass sich die Krabben selbstverständlich nicht blicken ließen. Krabben sind und bleiben Schisser. Ich machte es mir in meinem Zimmer gemütlich, schrieb Postkarten, futterte Kekse und sortierte und packte schließlich meine Sachen. Zum Abendbrot gab es bei mir Sour Soup, denn die schwere Frucht wollte ich nun wirklich nicht mitschleppen. Ich schaffte allerdings nur die Hälfte. Die andere Hälfte verschenkte ich an ein italienisches Pärchen und ging schlafen. Morgen sollte mein Tag schließlich schon sehr früh beginnen.

 

> Supermarkt an der Côte d'Or, Praslin


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